Bauernwarnung an Sarko: “Werden Paris komplett lahmlegen”

Etwa 1.300 Traktoren blockierten gestern die französische Hauptstadt Paris, als mehr als 10.000 Bauern gegen stark gefallene Getreidepreise protestierten und um finanzielle Hilfe der Regierung ersuchten. Die Bauerngewerkschaft FNSEA machte die Entwicklung an den Rohstoffmärkten, die Regierung wie auch die EU für die sinkenden Getreidepreise verantwortlich. Immer höhere Sozialabgaben, den Bauern die Luft abschnürende Umweltauflagen und der ausufernde bürokratische Papierkram standen ebenfalls im Fokus der Proteste. Man werde sehr bald wieder kommen, um ganz Paris lahm zu legen, wenn sich an der Situation nicht grundlegend etwas ändern werde.

Die Bauern wandten sich in ihren Ersuchen sogar an die nicht sehr ländlich auftretende französische First Lady Carla Bruni, endlich politisch etwas zu tun. „Carla, hilf uns, wir können nicht von Luft und Liebe leben“, hieß es in einem der unzähligen Slogans, die auf eines der Fahrzeuge gepinselt waren. Laut der Bauerngewerkschaft FNSEA nahmen über 10.000 Farmer und rund 1.300 Traktoren an der Protestkundgebung durch Paris am Dienstag teil.

Die Demonstration fand nur einen Tag vorher statt, bevor Dacian Ciolos, EU-Landwirtschaftskommissar, heute zu einem Besuch in Paris verweilen wird. Frankreichs Landwirtschaftsminister erklärte, dass er versuchen werde, finanzielle Unterstützungszusagen der EU für Frankreichs Bauern heraus zu schlagen, um die niedrigen Erlöse aus den Getreidepreise aufzustocken. Man wolle gehört werden, so Philippe Lequeux, der ein 150 Hektar großes Grundstück in der Region Aisne im Norden Frankreichs bewirtschaftet, als auf dem Place de la Republique im Herzen von Paris ein Feuerwerk abgebrannt wurde und laute Stimmen durch Megaphone erschallten. Falls das nicht der Fall sein sollte, würden die Bauern wieder zurückkehren, um ganz Paris zu blockieren. Der gestrige Bauernprotest beschränkte sich größtenteils auf den Nordosten der Hauptstadt, war jedoch ausreichend, um die Ankunft des ehemaligen panamaischen Diktators Manuel Noriega in Frankreich zu stören, indem Straßen blockiert wurden, auf denen er von französischen Offiziellen zu einem Pariser Gericht gebracht werden sollte, vor dem er sich aufgrund einer Anklage von Geldwäsche verantworten muss. Dominique Barrau, Generalsekretär der Gewerkschaft FNSEA, erklärte, dass die Einkommen der Getreidebauern im letzten Jahr um durchschnittlich 51 Prozent gefallen seien. Gewerkschaftspräsident Jean-Michel Lemetayer rief deshalb nach einem Eingreifen des Staates in die Prozesse an den internationalen Rohstoffmärkten. Was hier nicht stimme, sei die Deregulierung der Märkte. Dies gelte nicht nur für Getreide, sondern auch für viele andere Rohstoffsegmente, wie er gegenüber dem Fernsehsender France-3 ausführte. Die Bauern würden tagtäglich damit kämpfen, überhaupt ihre Kosten zu decken und könnten sich deshalb zukünftig als unfähig erweisen, ihren Schuldverpflichtungen nachzukommen, wenn sich die Preise nicht bald erholten. Der französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte nach einem Treffen des Kabinetts am Dienstag, er werde die EU darum ersuchen, in die Märkte einzugreifen. Er sei guter Hoffnung, dass dieser Ruf in den kommenden Tagen in höheren Preisen resultieren werde. Viele Bauern beschwerten sich, dass selbst nachdem die Marktpreise für Getreide stark gesunken seien, die Regierung die Sozialabgaben weiter erhöht habe.

Anm.: Der Staat immer wieder als Eier legende Wollmilchsau! Wie viel Hybris muss jemand an den Tag legen, der sich zu einer solchen Aussage hinreißen lässt:

Der französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte nach einem Treffen des Kabinetts am Dienstag, er werde die EU darum ersuchen, in die Märkte einzugreifen. Er sei guter Hoffnung, dass dieser Ruf in den kommenden Tagen in höheren Preisen resultieren werde.

Als ob staatliche Eingriffe in die Märkte jemals zu einem positiven langfristigen Ergebnis geführt hätten. Das ständige Herumpfuschen von staatlichen Fingern in Körben, in denen sie nicht das Geringste zu suchen haben, wird die Situation zukünftig noch verschlimmern anstatt Linderung herbei zu führen. Die Subventionspolitik der Europäischen Union hat doch die heutige Situation erst möglich gemacht, indem die Bauern hauptsächlich nur noch das angebaut haben, was finanziell stark subventioniert worden ist. Dadurch kam es zu einer horrenden Überproduktion in diesen Bereichen, wofür die Butter- und Milchberge der EU hinreichend Zeugnis ablegen. Natürlich hat das auf die Preisentwicklung gedrückt und heute beschweren sich die Bauern samt ihrer verlogenen Gewerkschaften darüber, dass sie kein Auskommen mehr aus ihrem Verkauf von Milch, Getreide und anderen Anbauarten hätten. Damals, als die Subventionen eingeführt wurden, hat man sie nicht protestieren sehen! Besser wäre es, eine Flurbereinigung unter den europäischen Bauern zuzulassen, so wie es auch in allen anderen Wirtschaftbereichen wünschenswert wäre, um endlich die Überkapazitäten aus den Märkten zu spülen und zu bereinigen, die wie Blei auf ihnen lasten. Wenn darüber einige tausend Bauern in die Pleite rasseln, dann ist das eben so. Niemand kann sich auf Dauer gegen einen Selektionsprozess stemmen, der in der Natur beschrieben und beobachtbar ist, der für die Wirtschaft jedoch nicht gelten soll?!!!!

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